Unser langer Weg zum Bio-Zertifikat…

Ausgesuchte Zutaten allein reichen allein nicht…

Jeder Hinweis auf „bio“ oder „ökologisch“ in unserer Speisekarte wurde nach einer Ermahnung vom Niedersächsischen Amt für Verbraucherschutz entfernt. Die genannten Begriffe sind geschützt  und dürfen nur verwendet werden, wenn eine Zertifizierung nach Kontrolle der vorhandenen Lebensmittel stattfindet. Nach meiner ersten Empörung (war ich doch eine der ersten, die schon konsequent  in den ersten Naturkostenläden einkaufte) kam Einsicht und der Wille, den Weg der Biozertifizierung zu gehen.

Ein großer bürokratischer Akt, diverse Unterlagen und die Info, dass jährlich eine angemeldete und eine unangemeldete Prüfung der Zulassungsstelle erfolgen wird. Schön und gut. Aber auch die nicht unerheblichen Gebühren für die Zertifizierung und die jährlichen Prüfungen brachten meinen Willen nicht ins Wanken.

Mittlerweile stehe ich vor einigen Schwierigkeiten, die es zu lösen gilt. Eine Prognose über den Ausgang der ganzen Angelegenheit kann ich noch nicht abgeben. Verzögert hat sich alles durch unseren schweren Unfall und die gerade durchgestandene  Reha.  Aber lassen Sie mich meine Schwierigkeiten darstellen:

Ich soll nur noch bei zertifizierten Händlern einkaufen. Das sind Großhändler, die mich natürlich auch beliefern. Als Hofcafé mit zwei Betriebstagen in der Woche bedeutet das, dass ich Bestellungen sammeln muss, damit ich die nicht kleine Mindestbestellsumme des Großhändlers erfülle. Ich kann also nicht am Wochenende meinen kleineren Bedarf woanders decken. Denn: Ein „denn´s bio-Supermarkt“  in Lüneburg (also der, bei dem ich am Freitag erforderliche frische Artikel einkaufe) ist ja als Einzelhändler nicht biozertifiziert. Muss er auch nicht; er verkauft ja nichts anderes. Ein Naturkostenladen „Ähre“ in Bad Bevensen muss auch nicht zertifiziert sein, daher darf ich da auch nicht einkaufen (was ich lange getan habe). Und auch nicht auf die Schnelle die Biobutter oder anderes von Edeka.

Ich darf also Bioware bei einem zertifizierten Großhändler bestellen (mal abgesehen von Mindestbestellwerten). Z. B. Ware, die aus Italien kommt, hin und her exportiert wurde und mit „bio“ eigentlich nur den Aufkleber auf der Ware gemeinsam hat.

Ja, es ist erforderlich, vorhandenen schwarzen Schafen das Handwerk zu le-gen. Und der Begriff „bio“ wäre vermutlich in kürzester Zeit unterhöhlt, wenn er nicht geschützt bliebe. Dennoch ist ein grundsätzlicher Widerstand da: Ist das nicht alles eine Frage der eigenen Verantwortung? Und was nützen denn ein- oder zweimalige Kontrollen pro Jahr, wenn die Einsicht, die Verantwor-tung und der Wille zur Veränderung nicht vorhanden ist? Und wie und wo organisiere ich meine Einkäufe? Bei uns gibt es im Moment weiterhin nur das, was ich nicht benennen darf: Also Zutaten „natürlichen“ Ursprungs, keine Zusätze wie Aromen, Farbe, Ge-schmackverstärker oder was sonst noch in unsere Lebensmittel gelangt. Ent-sprechend finden Sie vielleicht manchmal etwas unübliche Formulierungen in der Speisekarte: „Aus artgerechter Haltung, natürliches Futter, keine Spritz-mittel“. Keine so glücklichen Formulierungen; Sie wissen aber, was damit gemeint ist.

Sie finden weiterhin im Sommer unsere duftenden Tomaten aus dem  ein-deutig ungiftigen Gemüsegarten auf Ihrem Teller. Und die Äpfel vom Bauern, der nicht zertifiziert ist jedoch nicht spritzt, kaufe ich auch. Und  es gibt auch weiterhin  die ungespritzten Kräuter und essbaren Blüten auf Ihrem Salat. Und ich kaufe weiterhin mein Gemüse bei Bioland oder anderen auf dem Markt und bei denn´s bio oder in der Ähre. Und wenn die Kirschen aus dem Garten keine Mitbewohner aufweisen (das letzte Jahr war unfassbar), gibt es im Sommer wunderbaren Kirschkuchen. Ich werde sehen, ob ich mit der Zulassungsstelle eine Lösung finde. Sollte das so sein, dann lasse ich die Villa Rübe zertifizieren.

Seien Sie bis dahin auch für die Zukunft versichert:  Es gibt bei uns keine Zutatentrickserei!

Wir wünschen weiterhin guten Appetit: Erstmal ohne "Bio", aber genauso "natürlich" wie bisher!

 

 Wir würden uns zu diesem Thema über Ihre Stellungnahme in den Kommentaren direkt unter diesem Artikel oder bei Facebook freuen!

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